Was unterscheidet Aromapflege und Aromatherapie?

Aromatherapie ist eine therapeutische Maßnahme, die Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten ist. Sie beschäftigt sich mit einer medizinischen Diagnose und der Heilung eines krankhaften Zustandes. Im Gegensatz zur Aromapflege, die Anwendungen über die intakte Haut oder den Geruchssinn vorsieht, umfasst die Aromatherapie auch die orale Anwendung.

Aromapflege erfolgt über den Geruchssinn und die Haut und umfasst pflegerische und prophylaktische Maßnahmen. Sie dient dazu, das Wohlbefinden zu steigern, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und den Heilungsprozess zu fördern.

Was können ätherische Öle?

Die Wirkung ätherischer Öle habe ich hier bereits beschrieben. In der Aromapflege können ätherische Öle einiges:

  • Sie können unseren Körper und unseren Geist beeinflussen.
  • Sie können Ängste, Unruhe und Schlafprobleme vermindern.
  • Sie können Ruhe und Entspannung fördern.
  • Sie können das Immunsystem stärken.
  • Sie können das Hormonsystem regulieren.
  • Sie können das Raumklima verbessern.
  • Sie können andere Produkte beduften.

Was für ätherische Öle gibt es?

In der Parfüm Herstellung oder allgemein bei der Verwendung in Pflegeprodukten werden ätherische Öle in Gruppen eingeteilt. Diese Einteilung geschieht nach der Flüchtigkeit ihres Duftes: Kopfnote, Herznote und Basisnote. Für gewöhnlich werden sie in den Mengen 5 Teile Kopf zu 3 Teile Herz und 1 Teil Basis verwendet. Lavendel spielt hierbei eine ganz besondere Rolle: Diese Pflanze dient häufig als Zwischenspieler, der Düfte untereinander verbindet und für ein angenehmes Gesamtduftkonzept sorgt. Auch kann Lavendel hautreizende Eigenschaften von Zitrusölen abmildern und wird daher vor allem in der Hautpflege gern verwendet.

Kopfnote

  • frische, spritzige Düfte
  • Duft leicht flüchtig
  • ca. 2 Stunden wahrnehmbar
  • meist Nadelbaum und Zitrusöle
  • z.B. Orange, Zitrone
  • etwa 1 bis 1,5 Jahre haltbar

Herznote

  • warme, runde Düfte
  • Duft entwickelt sich langsam
  • ca. 3-4 Stunden wahrnehmbar
  • meist Heilkräuter-, Gewürz- und Blütenöle
  • z.B. Lavendel, Teebaum
  • etwa 2 bis 3 Jahre haltbar

Basisnote

  • schwere, erdige Düfte
  • Duft lang anhaltend
  • ca. 5-8 Stunden wahrnehmbar
  • meist Holz-, Wurzel- und Harzöle
  • z.B. Patchouli, Weihrauch
  • etwa 3 bis 8 Jahre haltbar

Vorsicht!

Ich habe bereits über die Unterscheidungsmerkmale ätherische Öle berichtet. Es gibt zusätzlich noch sogenannte Chemotypen (CT) von ätherischen Ölen. Da die Zusammensetzung ätherischer Öle je nach Wuchsort der Ursprungspflanze unterschiedlich sind, werden die destillierten ätherischen Öle nach dem Hauptinhaltsstoff eingeteilt. Rosmarin CT Cineol fördert beispielsweise die Durchblutung während Rosmarin CT Verbenon eher entgiftend und bei Leberproblemen eingesetzt wird. Je nach Chemotyp sind manche ätherische Öle auch nicht für Kinder oder in der Schwangerschaft geeignet (u.a. ätherische Öle mit Menthol, Campher, Eukalyptol). Es ist also wichtig, sich vor Verwendung genauestens zu informieren!

Grundsätzlich sollten ätherische Öle möglichst nicht ohne ärztliche Absprache verwendet werden, insbesondere bei Schwangerschaft, Stillzeit, älteren Personen, Asthma, Epilepsie, Bluthochdruck, Krebserkrankungen, Allergien und sehr sensibler Haut.

Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es in der Aromapflege?

Achtung: Verwende niemals das pure ätherische Öl direkt auf der Haut, da es stark hautreizend wirken kann!

Raumduft

Hast du eine Duftlampe mit Teelicht oder einen elektrischen Diffusor zuhause? Hier kannst du in das Wasser etwa 4 – 10 Tropfen ätherisches Öl hineingeben und über 2 Stunden lang den Duft genießen. Tropfe nicht nach, auch wenn du das Gefühl hast, dass das Aroma verflogen ist. Dein Geruchssinn hat sich nur an den Duft gewöhnt. Das Nachtropfen könnte zu einer Überdosierung führen.

Alternativ eignen sich auch Duftsteine aus Keramik oder Ton sowie auch Stoffe zur Beduftung des Raums. Meist reicht hier schon ein Tropfen aus. Bedufte Tücher oder Fächer und wedele mit ihnen umher, um den Duft zu verteilen.

Für unterwegs empfehle ich die Herstellung eines Aromasprays. In meinem Beitrag über Herstellungsmethoden beschreibe ich, wie ein Spray hergestellt wird.

Eine andere Möglichkeit Pflanzendüfte im Raum zu verteilen ist natürlich das Räuchern, doch das führt hier zu weit.

Inhalation

Die typische Inhalation über einem Wasserbad mit Kamillenblüten ist sicherlich bekannt. Diese kann auch mit ätherischen Ölen durchgeführt werden. Einfach eine Schale mit heißem Wasser füllen, einen Tropfen ätherisches Öl hinzufügen, den Kopf drüber halten und mit einem Handtuch abdecken, sodass der Wasserdampf darunter gefangen bleibt und eingeatmet werden kann. Achte darauf, das Wasser nicht zu heiß zu machen. An Wasserdampf kann man sich verbrühen.

Eine andere Methode ist die Inhalation mittels eines Stofftaschentuchs. Gebe einen Tropfen auf das Tuch und halte es dir unter die Nase. So kannst du direkt das ätherische Öl inhalieren. Solltest du kein Tuch zur Hand haben, kannst du dir einen Tropfen ätherisches Öl auch ausnahmsweise direkt auf die Handfläche geben, verteilen und an die Nase halten. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten, bestenfalls hast du vorher den Ellboden-Test gemacht.

Hautpflege

Ätherische Öle gehören zu den lipophilen Pflanzeninhaltsstoffen. Da lipophil so viel wie „fettliebend“ bedeutet, weist dies auf ihre Fettlöslichkeit hin. Es wird daher in den meisten Rezepturen mit einer Ölbasis gearbeitet.

Eine gängige Faustformel zur äußeren Anwendung ätherischer Öle ist die 1% Regelung. Hierbei werden etwa 20 Tropfen ätherisches Öl auf 100ml Basisöl gegeben. Solltest du nicht sicher sein, ob du das Öl verträgst, kannst du ein paar Tropfen auf den Ellbogen auftragen und eine Tag lang beobachten, ob die Haut sich rötet oder andere Auffälligkeiten zeigt.

Nehme ein hautpflegendes pflanzliches Basisöl wie Jojobaöl, Arganöl oder Mandelöl (am besten kaltgepresst, nativ, bio) und gebe die gewünschten ätherischen Öle hinein. Dies kannst du dann auf die feuchte Haut einmassieren.

Du kannst dir auch ein wohlduftendes Aromabad kreieren. Gebe hierfür die ätherischen Öle auf grobes Salz, damit sie sich mit dem Badewasser besser verbinden können. Für eine Wanne nehme hier etwa 5 EL Salz mit 5 – 15 Tropfen ätherischem Öl.