Schleimstoffe gehören zu den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Wenn du sie richtig verwendest, wirken sie wie eine mechanische Schutzschicht!

In der Erkältungszeit wird gegen Heiserkeit und Husten gern auf ein bewährtes Heilmittel verwiesen: Der Kamillentee. In der Kräuterküche geliebt – im Schullandheim verhasst! Aber ist dir schon mal aufgefallen, wie die Kamillenblüten im Teesieb am nächsten Morgen zu einer Masse zusammenkleben und sich kaum Herauslösen lassen? Verantwortlich hierfür sind die sogenannten Schleimstoffe.    

Warum heißt es Schleim-Stoffe?

Warum wird ein Wassergemisch mit schleimstoffhaltigen Pflanzenteilen wie Kamille eigentlich so dickflüssig und klebrig? Schleimstoffe gehören zu den Kohlenhydraten wie auch der Zucker. Diese sind allesamt hydrophil – also wasserliebend. Was bedeutet, dass sie sich mit Wasser verbinden. Im Gegensatz zu Zucker sind Schleimstoffe jedoch etwas größere Bauteile, welche sich mit dem Wasser anders verbinden. Sie lösen sich nicht auf sondern quellen und verbinden sich zu einer schleimigen Masse.    

Bei Hitze können die Schleimstoffe kaputt gehen!

Wenn du also die Schleimstoffe aus einer Pflanze herausziehen möchtest, setze einen Kaltauszug an. In einem Rezept weiter unten beschreibe ich wie dies geht.    

Wobei helfen Schleimstoffe?

Du kannst es dir wie eine Schutzschicht vorstellen, die sich auf Reizungen legt und von Außen abschirmt. Reize werden somit gemildert – es wirkt also ein wenig betäubend und einhüllend. Äußerlich  verwendet man eine solche Lösung häufig bei Juckreiz nach Insektenstichen. Innerlich angewendet wird es  bei entzündeten Schleimhäuten, Reizhusten, Sodbrennen und auch Verdauungsproblemen. Hinweis: Bei Verdauungsproblemen hilft nicht die mechanische Barriere, die durch die Schleimstoffe aufgebaut wird, sondern die Fähigkeit der Schleimstoffe Wasser an sich zu binden. Dadurch wird der Stuhl weicher und hat bei Verstopfung eine abführende Wirkung.    

Diese Pflanzen enthalten Schleimstoffe!

  Geh doch mal in die Apotheke oder die Drogerie und schau dich ein wenig in dem Regal für Hustenmittelchen um. Du wirst erstaunt sein, wie viele der Medikamente Spitzwegerich oder Eibisch enthalten. Aber Achtung! Schleimstoffe helfen bei Reizhusten, sie wirken nicht schleimlösend.    

Zubereitung von Schleimstoffen

Wie bereits erwähnt sind Schleimstoffe wasserlöslich. Sie lassen sich auch in Alkohol extrahieren, jedoch nicht oder kaum in Öl. Um den größten Teil der Inhaltsstoffe zu behalten, setzt du am besten einen Kaltauszug an. Hierfür nimmst du dir die Pflanze deiner Wahl und gibst sie zerkleinert in ein Gefäß. Ich nutze hierfür gern eine Glaskaraffe. Diese füllst du dann mit Leitungswasser auf und lässt die Mischung über Nacht dunkel und kühl stehen. Am nächsten Tag kannst du die schleimig gewordene Flüssigkeit verwenden. Du solltest dann auch die Feststoffe abgießen und die Masse schnell verwenden, da sie sonst leicht schlecht wird. Haltbarer wird das Ganze nur, wenn du statt Wasser Alkohol (ab 32%) nutzt. Diese Mischung muss dann aber auch einen Monat ziehen bis sie bereit zur Verwendung ist. Anschließend ist sie mindestens 1 Jahr wenn nicht gar länger haltbar und kann ganz nach Bedarf tropfenweise verwendet werden.  

Original veröffentlicht auf hegerundsammler.de